Tierische Weihnachtsgeschenke
Viele Kinder wünschen sich zu Weihnachten ein Haustier. Dass die Erfüllung dieses Wunsches keine gute Idee ist, dürfte mittlerweile bekannt sein. Tierhaltung bedeutet Verantwortung für das Tier übernehmen und Zeit für es haben. Leider landen kurz nach Weihnachten immer noch allzu viele unüberlegt angeschaffte Haustiere anschließend im Tierheim.
Viele schenken jedoch Haustiere, ohne es zu wissen. „Wie das?“, werden Sie fragen. Hier folgt die grausame Antwort:
Allein für den deutschen Markt werden in Asien jährlich etwa eine halbe Million Hunde und Katzen nur wegen ihres Fells gezüchtet und dann oft qualvoll getötet. Um möglichst das gesamte Fell verarbeiten zu können, werden die Tiere bei lebendigem Leib gehäutet (und nicht mal danach getötet, sondern die Kadaver einfach liegen gelassen). Dabei merken die Verbraucher oft gar nicht, dass sie mit den Plüschtieren, dem Spielzeug oder der Kleidung Hunde- und Katzenfell kaufen, weil eine entsprechende Deklaration auf den Produkten nicht vorgeschrieben ist. Auch sehr viele Pelzverbrämungen an Anoraks oder so genannte „Gae-Wolf“-Pelze stammen in Wirklichkeit vom Hund.
Im Januar 2007, wenn Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne haben wird, soll diesem Treiben nun ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden.
Sowohl der Bundesrat als auch die EU setzen sich vehement für ein Import- und Handelsverbot von Hunde- und Katzenfellen innerhalb der Europäischen Union ein. So legte die EU-Kommission heute einen entsprechenden Entwurf vor. „Konsumenten sollen sicher sein können, dass sie nicht ungewollt Artikel mit Katzen- oder Hundefell kaufen“, begründet der EU-Kommissar Kyprianou das längst überfällige Vorgehen. Um das Verbot durchsetzen zu können, seien entsprechende DNA-Tests geplant.
Doch bis dahin werden leider noch sehr viele „Pelz- und Plüsch-Erzeugnisse“ auf den Gabentischen landen. Bitte nehmen wenigstens Sie davon Abstand! Letztendlich entscheiden wir alle mit, ob und wie lange das grausame Vorgehen vor allem Chinas noch Früchte tragen wird. Denn nur wenn die Nachfrage bei uns Verbrauchern gestoppt wird, wird es auch kein Angebot mehr geben.
Edeltraud Janz